Das wiederaufgebaute Berliner Stadtschloss verbindet einzigartig zwei Welten - das deutsche Kaiserreich von 1871 und die postglobalistische Zukunft. Fotonachweis: Adobe Stock / Peter Engelke

Die alte uniploare Welt muss sterben, damit die neue multipolare Welt leben kann

US-Präsident Bush Senior formulierte 1991 erstmals öffentlich Gedanken zur „neuen Weltordnung“, auch unipolare Weltordnung gerannt.  Diese unter der Vorherrschaft der USA führte, je nach Definition und Zählweise, zu 11 Kriegen und militärischen Interventionen. Diese dauern teilweise bis heute an. Der einzige Präsident der Gegenwart, der seit Bush Senior keinen neuen Krieg begann, war Donald J. Trump. Mit ihm begann der sichtbare Zerfall der neuen Weltordnung.

 

Der einstige „Weltpolizist“ und Hegemon USA schwächelt – er ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Er wird herausgefordert durch Länder, die sich vom US-Dollar abwenden und Schritt für Schritt eine neue regionale Ordnung herbeiführen. Diese nimmt u. a. mit dem Staatenverbund BRICS immer mehr Gestalt an, dem bald 22 weitere Staaten beitreten könnten. In dieser Zeit des Umbruchs erscheint nicht nur der greise US-Präsident Joe Biden als Ewiggestriger. Auch der Bundeskanzler Olaf Scholz weiß nichts Besseres zu verkünden, als, dass die längst überkommene „neue Weltordnung“ zusammengehalten werden muss. Die Vision der Globalisten u. a. des WEF „Ihr werdet nichts besitzen und glücklich sein“, haben keine Rezepte und kaum mehr Macht, die aktuellen globalen Verwerfungen zu beeinflussen, gleichwohl treiben sie immerfort ihren alten Plan hin zu einer autoritären, die Meinungspluralität und die Freiheit der Völker gefährdenden Agenda voran, um ihre Ziele bis 2030 zu erreichen. Durch ihre radikalen Forderungen und Schritte geraten sie jedoch zunehmend in Bedrängnis und ihre Vorhaben scheitern zusehends. Unlängst wurde eine 16-jährige Schülerin schikaniert und von der Polizei aus dem Unterricht geholt, weil sie auf dem sozialen Netzwerk TikTok u. a. ein Video gepostet hat, dessen Aussage es sinngemäß war, dass Deutschland nicht nur ein Fleck auf der Landkarte ist, sondern Heimat sei. Der Umstand, dass der Schulleiter die Polizei informierte, zeigt einmal auf, dass die DDR 2.0 nicht mehr weit ist. Die Bürgerrechtsaktivisten Bärbel Bohley warnte frühzeitig davor, dass man die Methoden der Stasi studieren und verfeinert erneut anwenden würde.

Durch Corona sind die Menschen sensibilisiert worden, sie erwachen aus ihrer Lethargie und reagieren stärker abwehrend auf Versuche ihre persönliche Freiheit einzuschränken und ihre Meinung noch mehr zu kontrollieren. Dies schlägt sich nieder in öffentlichen Demonstrationen (Bauernproteste) und sehr kritischen Kommentaren in den sozialen Medien und Teilen der Gesellschaft. Dadurch ergibt sich für die „Herrschenden“ weiterer Handlungsdruck, noch schneller, noch restriktivere Maßnahmen zu entscheiden und umzusetzen. Bestes Beispiel sind die Versuche der Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und ihres politischen Beamten Thomas Haldenwang (CDU), Leiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz, bestimmen zu können, welche Meinungsäußerungen verboten sind und welche nicht, obwohl diese nicht justiziabel sind. Zusätzlich zum politischen Frontalangriff auf die Demokratie und deren höchstes Gut – die Meinungsfreiheit, kommt, dass die mediale Propaganda regierungskonformer Medien entlarvt (Correctiv-Berichterstattung über eine „Wannseekonferenz 2.0“), die Medien selbst bloßgestellt und öffentlich an den medialen Pranger gestellt werden. Correctiv benutzte zur Vorstellung eines Buches mit dem Titel „Der AfD-Komplex“, das Ende März 2024 erscheint, den Begriff der „Deportation“. Es geht also darum, missliebige Parteien in den Zusammenhang mit den Nationalsozialisten zu bringen. Erst nach Protesten wurde der Begriff „Deportation“ auf der Website durch Vertreibung ersetzt. Auf dem privaten Zusammentreffen wurde hingegen über „Remigration“ gesprochen. Diese Aussage steht im Einklang mit der Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz, der angekündigt hat, er wolle „endlich im großen Stil abschieben“. Glaubt man einem Beitrag der Ärztekammer Nordrhein, so leben 500.000 bis 1 Million Menschen ohne rechtlichen Aufenthaltsstatus. Eine Diskussion darüber, was mit diesen Menschen umgegangen werden soll, ist mehr denn je notwendig. Es wird immer mehr deutlich, wir befinden uns am Beginn des großen Finales: Nichts kann aufzuhalten, was kommen wird. Nichts!

Wirtschaftliche und militärische Macht ebnete einst den Weg

Lange Zeit hat es so ausgesehen, als könnte niemand den USA die Rolle des Hegemon streitig machen konnte. Zu undurchdringlich, geradezu perfekt, schien das globale Netz der Vorherrschaft gestrickt. Es gibt mehrere Gründe, warum dies so war: William Engdahl argumentiert in seinem Buch „Mit der Ölwaffe zur Welt“, dass die Kontrolle über Erdöl und Erdgasressourcen ein zentrales Element in der Strategie der USA zur Erlangung und Erhaltung ihrer globalen Vorherrschaft seit dem frühen 20. Jahrhundert ist. Die USA und ihre Verbündeten nutzten und manipulierten geopolitische Ereignisse und Konflikte, darunter Weltkriege, den Kalten Krieg, sowie Konflikte im Nahen Osten und in Zentralasien, um die Kontrolle über wichtige Öl- und Gasvorkommen zu erlangen und zu sichern. Er argumentiert, dass die Dollar-Dominanz im internationalen Handel, insbesondere im Ölhandel, strategisch genutzt wurde, um die wirtschaftliche und politische Macht der USA weltweit zu festigen. Ein weiterer Aspekt der US-Dominanz ist die Ver- bzw. Überschuldung von Staaten, vornehmlich der sogenannten Dritten Welt und der Schwellenländer. Wie es oftmals dazu kam, beschreibt John Perkins in seinem Buch „Bekenntnisse eines ökonomischen Hitmans“, der als Mitarbeiter für eine private Beratungsfirma tätig war, die im Auftrag der US-Regierung und großer multinationaler Konzerne handelte: Durch manipulierte Wirtschaftsprognosen und übertriebene Schätzungen der wirtschaftlichen Vorteile der vorgeschlagenen Projekte, Kraftwerke, Straßen und andere Infrastrukturprojekte, die Länder überzeugt wurden, sich stark zu verschulden. Wenn diese Länder ihre Schulden nicht bedienen konnten, wurden sie gezwungen, Öl und andere wertvolle Ressourcen zu niedrigen Preisen an die USA und ihre Verbündeten zu verkaufen, ihre Politik im Sinne der US-Interessen zu ändern oder militärische Basen und strategische (geheimdienstliche) Einrichtungen auf ihrem Territorium zu dulden.

 

Der Westen ist im Niedergang begriffen

Wer heute die USA heute besucht und sie mit der Zeit von 1991 vergleicht, der wird das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ kaum wiedererkennen. Die einst blühenden und prosperierenden Städte San Francisco, Los Angeles, New York sind nur noch ein Abglanz ihrer selbst. Man würde es sich einfach machen, diese Entwicklung allein Joe Biden und den Demokraten zuzuschreiben. Die Verantwortlichen sind in beiden politischen Lagern der Demokraten und Republikaner (RINOS; Republikaner dem Namen nach) zu finden. Verantwortlich sind ebenfalls die US-Präsidenten, mit den Ausnahmen von John F. Kennedy (der bereits versuchte den Tiefen Staat zu zerschlagen) und Donald J. Trump (der dies erfolgreich umsetzt). Der Niedergang des Landes, seine Spaltung in eine akademisch gebildete, aber dumme und gierige Kaste, die sich selbst als „Eliten“ bezeichnen und in die Masse der importierten, zum größten Teil illegalen Habenichtse, die auf Kosten der hart arbeitenden Mittelklasse leben (das nennt sich verniedlichend dann Sozialtransfer), führen das Land an den Rand des Kollapses. Auch in Europa, insbesondere in Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild: sinkendes Wirtschaftswachstum durch eine grüne Energiewende (Motto: „Jugend forscht“), Zunahme von Kriminalität (US-Unternehmen warnen vor Drogenstraßen) und Armut (mittlerweile gelten 14,1 Mio. Menschen als arm). Die Gesellschaft spaltet sich einerseits auf in (Super-)Reich, denen 20,4 % des Gesamtvermögens der Bevölkerung in Deutschland gehört, und die u. a. durch Stiftungen und Firmenkonstruktionen legal Steuern vermeiden können und andererseits in denjenigen unselbstständigen und überproportional Steuerzahlenden (kalte Progression), die dies nicht können und aktuell durch Inflation und Preissteigerung verstärkt belastet werden. Die auffallend hohe Verflechtung von Staat, Großkapital (Konzerne) und Eliten, Auspressung des wirtschaftlichen Mittelstands (immerhin 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland zählen dazu) durch Bürokratiewahnsinn, unkontrollierte illegale und legale Migration von Habenichtsen unter dem Deckmantel des Fachkräftemangels und des Bevölkerungsrückgangs. Hinzu kommt die Steuerverschwendung: Die Bundesregierung leistet sich im Jahr 2023 rund 12 Milliarden Euro für Entwicklungshilfe (u. a. Radwege in Peru) bei einer gleichzeitigen 17 Milliarden Haushaltslücke im Bundeshaushalt 2024 und einer 13 Milliardenlücke im Bundeshaushalt 2025. Die Selbstbereicherung und Selbstverständlichkeit (automatische Anpassung der Regierungsgehälter und Abgeordnetendiäten) der Herrschenden, die die Demokratie unter dem Deckmantel der „Ismen“-Bekämpfung aushöhlen und in einen linken Gesinnungsstaat, u. a. mittels Hinweisgeberschutzgesetz, verwandeln, welches ein Denunziationsförderungsgesetz ist.

 

Die Matrix zerbricht, Stück für Stück

Weitere Gesetze, um die eigene Macht zu sichern, sind in der Planung (u. a. Polizeibeauftragtengesetz) mit dessen Hilfe Beamte auf die rechte, in diesem Fall die linke Spur, gebracht werden und eine dienstrechtliche Beweislastumkehr für sie eintreten soll. Derweil wird die Meinungsfreiheit, nicht mehr nur bedroht, sondern massiv eingeschränkt. Als Blaupause dient die Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes. Dies sieht vor, dass abtreibungswillige Schwangere in einem Umkreis von 100 Metern von Abtreibungspraxen – und Kliniken nicht mehr angesprochen werden dürfen. Damit die Kontrollierbarkeit der öffentlichen Meinung im Sinne der Internationalisten teilweise wieder hergestellt wird, wurde das Gesetz über digitale Dienste geschaffen. Damit soll u. a. „Hassrede“ eingedämmt werden. Nun könnte man angesichts der ganzen restriktiven Maßnahmen hauptsächlich an seinen Mitmenschen verzweifeln, die die negativen Veränderungen nicht wahrnehmen. Jedoch sind alle diese Be- und Einschränkungen signifikante Zeichen dafür, dass ihre globale wertebasierte Ordnung, und somit „ihre Demokratie“ vergeht. Welche Demokratie, die die Meinungsfreiheit als Kernelement versteht, benötigt schon restriktive, geheimpolizeiliche Maßnahmen, die dafür Sorge tragen, dass Kritik an der Politik und insbesondere an der Regierung als „Delegitimierung des Staates“ bewertet wird? Dies widerspricht in hohem Maße dem, was eine repräsentative Demokratie ausmacht: u. a. die freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit. Eine Demokratie westlicher Prägung benötigt eine funktionierende Kontrolle. Diese wird und kann nur durch freie Meinungsäußerung und durch eine freie Presse gewährleistet werden. Bis zu Beginn der Ära Merkel war letztere noch mehr oder weniger frei. Dies hat sich mittlerweile geändert. Von der „Vierten Gewalt“, wie journalistische Medien, vor allem jedoch der Mainstream auch genannt wurde, ist nicht mehr viel übrig. Sie waren einst als „Tiger der Meinungsfreiheit gesprungen und sind mittlerweile als Bettvorleger der Politik“ gelandet. Während man in Deutschland, wie auch in den westlichen Demokratien in Europa, Nordamerika und Australien sowie Neuseeland scheinbar unbeirrt einem veralteten Drehbuch folgt, da es keine Steuerung mehr gibt, hat sich im Hintergrund längst eine neue globale Ordnung etabliert, deren Zeit sich vollkommen zu zeigen, unmittelbar bevorsteht. Dreh- und Angelpunkt der weltweiten Veränderung sind fünf Faktoren: der Aufstieg neuer Mächte Russland und China, globale wirtschaftliche Herausforderungen u. a. im Wirtschafts- und Finanzsystem, die militärische und geopolitische Überdehnung, der technologische Wandel und die Cybersicherheit und die radikalen Veränderungen im internationalen System der „regelbasierten Welt“.

 

Russland und China verfolgen eigene Interessen in einer multipolaren Welt

Die strategischen Interessen Russlands und Chinas stimmen sowohl überein, als dass sie auch unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide Länder streben nach einer multipolaren Weltordnung, in der der Einfluss der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten reduziert ist. Dies manifestiert sich in ihrer Zusammenarbeit in internationalen Foren wie den Vereinten Nationen, der Shanghai Cooperation Organization (SCO) und den BRICS-Ländern (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika). Militärisch und sicherheitspolitisch kooperieren Russland und China zunehmend, um ihre Verteidigungsfähigkeiten zu stärken und gemeinsame Übungen durchzuführen. Diese Zusammenarbeit ist jedoch nicht ohne Spannungen, da beide Länder ihre eigenen regionalen Einflusssphären schützen und ausbauen wollen. Die Wiedererstarkung Russlands unter Präsident Wladimir Putin und dessen Bestrebungen, die Sicherheit und die territoriale Integrität Russlands angesichts einer NATO-Osterweiterung und eines westlich orchestrierten Putsches im unmittelbaren Nachbarland Ukraine sicherzustellen, musste zwangsläufig zu einer Konfrontation führen.

In der militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine offenbart sich jedoch die grundlegende Fehleinschätzung des Westens, dass Russland auf dem Schlachtfeld geschlagen werden kann. Zbigniew Brzeziński, ehemaliger Sicherheitsberater der USA, stellt in seinem Standardwerk „The Grand Chessboard – Das große Schachbrett“ die These auf, dass die Vormachtstellung Amerikas zentral für die Aufrechterhaltung der globalen Stabilität ist. Die Vereinigten Staaten müssten, angesichts ihrer geopolitischen Macht, die Entstehung eines dominanten Rivalen verhindern. Eurasien sei dabei das zentrale Feld der US-Außenpolitik, daher sei die Kontrolle über dieses „große Schachbrett“ entscheidend. Das Buch gilt als einflussreich für das strategische Denken der neokonservativen Politikelite Amerikas und empfiehlt eine Balance zwischen Machtdemonstration und diplomatischem Engagement in Schlüsselregionen. Das Erstarken Russlands unter seinem Präsidenten Wladimir Putin ist den Bush-Jüngern ein Dorn im Auge. Auffallend ist, dass seit Bush Senior, mit der Ausnahme von Donald J. Trump alle US-Präsidenten an der von Brzeziński gezeichneten Agenda festhalten. Vielmehr noch, mit der militärischen Eskalation in der Ukraine, die 2014 mit der Farbrevolution auf dem Maidan in Kiew ihren blutigen Anfang nahm, geht es jetzt offen darum, Russland gezielt zu schaden und somit einzudämmen. US-Senator Lindsey Graham zeigte sich bei einem Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Kiew erfreut darüber, dass russische Soldaten sterben und die Partnerschaft mit der Regierung in Kiew, für die USA ein „gutes Investment“ sei. Dass dieses vorwiegend für US-amerikanisch militärisch-industriellen Komplex ein Bombengeschäft ist, lässt sich u. a. an den Aktienkursen von Lockheed Martin (u. a. Javelin Panzerabwehrrakete) und Raytheon Technologies (u. a. Patriot Flugabwehrsystem) ablesen. Doch nicht nur das, der größte Vermögensverwalter BlackRock und andere wittern bereits die Chance, am milliardenschweren Wiederaufbau des Landes kräftig mitzuverdienen. Auch in Zukunft wird die Ukraine, genauer gesagt das, was für ihr noch übrig bleiben wird, eine kräftige Finanzspritze, benötigen.

 

Die NATO ist schwach und blufft, Russlands Armee ist stark und selbstbewusst

Das Kiewer Regime ist ohne die Milliardentransfers aus den USA und der EU nicht allein überlebensfähig. Das hängt auch mit der in dem Land grassierenden Korruption zusammen. Nur durch diese enormen finanziellen und militärischen Anstrengungen wird die indirekte militärische Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russlands mittels des ukrainischen Militärs in der Ukraine am Leben erhalten. Trotz allem sind militärischen Erfolge der Ukraine nicht zu verzeichnen. Signifikante Geländegewinne konnten nicht erzielt werden. Seit der gescheiterten ukrainischen Sommeroffensive wurde das Ziel, alle von Russland besetzten ukrainischen Gebiete, insbesondere die Krim, wieder zurückzuerobern, kassiert. Die ukrainischen Streitkräfte agieren nur noch im Verteidigungsmodus. Stattdessen geht es jetzt darum, den Konflikt einzufrieren. Dies gelingt nur, wenn Russland dem zustimmt und das ist mehr als unwahrscheinlich. Russland wurde von seinen „westlichen Partnern“, wie die russische Diplomatie sagt, lange und hinterhältigst an der Nase herumgeführt. Das Minsker Vereinbarungen wurden nicht eingehalten, obwohl dies stets von den Beteiligten behauptet und beteuert wurde. Mittlerweile sind nach Schätzungen westlicher Militärexperten 500.000 ukrainische Soldaten gefallen. Diese Zahl wurde nicht nur von ukrainischer Seite zuerst bekannt gegeben, sondern auch anschließend von Oberst a. D. Douglas McGregor in der YouTube-Sendung von Stephen Gardner am 18. Januar 2024 Minute 3:49, bekannt gegeben. Auffallend ist zudem auch, dass man in den westlichen Massenmedien versucht, die Zahl zu relativieren oder gar die Verluste der russischen Seite zuzurechnen. Der ukrainische Präsident Selenskyj sprach von angeblich nur 31.000 gefallenen Soldaten. Das sind alles vergebliche Werke, eine ukrainische Niederlage schönzuschreiben. Dazu passt auch nicht die Forderung des ehemaligen Oberkommandierenden der ukrainischen Streitkräfte, Saluschnyj 500.000 neue Soldaten zu rekrutieren. Während im Gegensatz zur Ukraine, Russland geschickt auf dem militärischen Schlachtfeld agiert, sich entlang der Frontlinie eingrub und die ukrainischen Soldaten zu tausenden in den Minenfeldern und im Fleischwolf Bakmut starben, nutzte es die Zeit seine Streitkräfte aufzurüsten. Der russische militärisch-industrielle Komplex zeigte dabei, eine erstaunliche Fähigkeit seine Produktivität zu steigern. Seitdem die bilateralen Friedensverhandlungen von Istanbul zwischen Russland und der Ukraine durch den britischen Ex-Premier Boris Johnson im Auftrag der USA durch große Unterstützungsversprechen in Richtung Kiew gesprengt wurde, musste Präsident Putin klar geworden sein, dass eine diplomatische Lösung nicht möglich ist. Daher machte er das einzig Richtige: rekrutierte neue Soldaten, die sich auch freiwillig melden und er investiert in die militärische Aufrüstung seiner Streitkräfte. Die Industrie produziert mittlerweile siebenmal mehr Kampfpanzer als vor Beginn der militärischen Spezialoperation. An Russland wird sich die NATO die Zähne ausbeißen. Sie hat sich schlecht vorbereitet auf ein waghalsiges militärisches Abenteuer eingelassen, ohne es konsequenterweise zu Ende zu denken. Es wird gleichsam das Ende der NATO in ihrer heutigen Form bedeuten. Ob es noch von dem von französischen Präsidenten Emmanuel Macron beschworenen Option europäische Bodentruppen in die Ukraine kommen wird, weiß nur der liebe Gott. Warum so verbissen darum gerungen wird, dass die Ukraine nicht verlieren darf, dazu gab der russische Botschafter bei der UNO, Wassili Nebensja Alexejewitsch mehr als einmal Einblick, u. a. als der Antrag zur Verabschiedung einer Resolution zur Untersuchung eines Biowaffenprogrammes der USA und Ukraine zu untersuchen, abgelehnt wurde. Wenn an den 310 Seiten, die von Russland an die Mitglieder des Sicherheitsrates übergeben wurde, nichts dran ist, dann hätte doch einer Untersuchung nichts im Weg gestanden? Schließlich wäre die Blamage auf Seite Russland gewesen! Die westliche massenmediale Propaganda bewertete die Einlassungen des Botschafters, welch‘ Ironie, als russische Propaganda.

 

Vier apokalyptische Reiter bringen den Untergang der neuen Weltordnung

Die Planung der westlichen Eliten, eine neue, globale und autoritäre Ordnung durchzusetzen, ist gescheitert. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die von ihnen proklamierte, regelbasierte Ordnung der Welt (ein politischer Begriff, der seit 2008 in den westlichen Ländern verwendet wird) in einer neuen Weltordnung enden wird, so wie sie einst US-Präsident George H.W. Bush proklamiert hatte. Es ist kaum zu glauben, dass alles, was in den letzten einhundert Jahren an globaler Ordnung und regelbasierter Welt geschaffen wurde, nicht mehr funktioniert – die globale Steuerung ist zerschlagen. Das Chaos in den Organen der Steuerung führt jetzt dazu, den eignen Untergang beschleunigt herbeizuführen. Die Weissagung der Apokalypse nach Johannes kommt in der Form der vier apokalyptischen Reiter der neuen Weltordnung selbst hernieder und vernichtet sie. Die Reiter symbolisieren verschiedene Aspekte von katastrophalen Ereignissen, die am Ende der Zeiten eintreten. Das „fahlen Pferd“, auf dem der vierte Reiter sitzt, steht für Furcht, Krankheit, Niedergang und Tod. Selten sind in den vergangenen acht Jahren so viele Prominente aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Medien, Film- und Unterhaltungsindustrie rund um den Erdball verstorben. Zu der Symbolik des fahlen Reiters passt auch Corona – im wortwörtlichen Sinn übersetzt mit „die Krönung“. Corona, also der Schnupfen, der als so gefährlich beschrieben wurde, dass nur eine Impfung die Menschen dafür schützen kann, hat „weniger Schaden“ angerichtet, als zu befürchten war. Die globale Menschheit wurde nicht so stark dezimiert, wie manch‘ einer der Schurken gehofft hatte und umgehend auffallend große Aktienpakete an den Impfstoffherstellern verkaufte. Nun kann argumentiert werden, dass weltweit 16 Millionen Tote infolge einer unverantwortlichen „Gesundheitspolitik“, die justament global zerfällt, 16 Millionen Tote zu viel sind. Das ist absolut richtig. Spielen wir gedanklich einmal durch, es wäre anders gekommen – die Spritze wäre tatsächlich wirksam, also so wie angedacht gewesen – das hätte hunderte Millionen von Toten bedeutet. Die fast drei Jahre andauernde Covid-19 Pandemie, mit ihren, wie die Menschheit heute weiß, überzogenen und unverhältnismäßigen Schutzmaßnahmen, haben der Wirtschaft hauptsächlich der westlichen Staaten nachhaltig geschadet. Trotzdem wurde mittels einer Hauruckaktion von heute auf morgen ein mehr oder minder funktionierendes globales Wirtschafts- und Finanzsystem zerstört. Somit wurde ein wesentlicher Teil der Grundlage des Wohlstands in Europa zerstört. Dies bedeutet erheblichen Unmut, der in Kombination mit den utopischen politischen Maßnahmen zur Kohlendioxidgasstoßvermeidung, vorwiegend in Deutschland, dazu führt, dass die Menschen sich langsam aber sicher erheben.

 

Somit kommen wir zum dritten Reiter, dessen schwarzes Pferd für Tod und Hunger steht. Betrachten wir insbesondere den Reiter selbst, der eine Waage als Symbol der Teuerung und Knappheit führt. Gleichzeitig werde Inflation und Hunger angekündigt. Er ist das perfekte Symbol für das „funny money“, wie Benjamin Fulford es nennt, also das Papiergeld, das keinen Wert hat, durch nichts von realem Wert gedeckt ist und nach Belieben wie ein Popanz aufgebläht und inflationiert werden kann. Es ist beliebig, ob es US-Dollar, Euro oder Yen genannt wird. Es entfacht einen Höllenbrand auf Erden und danach wird es vergehen, wie die Asche im Wind. Die Inflation, die schönredete Teuerung, kann die Menschen nicht täuschen. Sie verstehen langsam, dass sie auf einem Gaul sitzen, der zu Tode geritten wurde. Das Ende, sollten sie nur lang genug durch hohle Börsen- und Bankengequatsche und das Versprechen von immer weiter steigenden Aktienkursen im Sattel bleiben, ist der Totalverlust. Wenn die erste große Bank in den USA fällt, wird es einen Bank Run geben, den die Menschheit bisher nicht gesehen hat. Anders als 2008 wird man die Menschen auch nicht davon abhalten können, ihre Einlagen und Gelder von der Bank zu nehmen. Die unbegrenzte Macht, die das Papiergeld seinen Schöpfern gegeben hat, wird auf sie mit zerstörerischer Kraft zurückfallen. Nicht umsonst heißt ein Buch, was sich dieser Thematik widmet „Die Kreatur von Jekyll Island“.

 

Der zweite Reiter, der ein rotes Pferd – es könnte ein Rotfuchs sein, reitet, steht für das Blut und den Tod durch Kriege. Das vom Reiter geführte lange Schwert symbolisiert eine mächtige Kriegswaffe und Gewalt. Zwei Weltkriege haben die Welt zwar temporär neu geordnet und dennoch nichts daran geändert, dass die Deutschen unbeugsam, freiheitsliebend und nicht kaputt zubekommen sind. Zwar hat es dem Vehikel USA den Status einer Weltmacht verpasst, doch wie heißt es doch so schön – jedes Imperium hat seine Zeit. Seine Zeit und die seiner NATO-Vasallen läuft gerade in der Ukraine ab. Dazu kommen wir später erneut.

 

Der erste Reiter, der auf einem weißen Pferd sitzt, symbolisiert den Sieg, Reinheit und Gerechtigkeit; der Kranz des Reiters gilt als Siegeskranz. Der mitgeführte Kreuzbogen (Armbrust) ist die weitestreichende Waffe der Antike. Der Aufbruch des weißen Reiters zeigt einen Kriegsausbruch an, auf den in der Offenbarung mehrfach hingewiesen wird. Nun auf einen finalen Krieg laufen die zunehmenden Spannungen zwischen Russland einerseits und den USA sowie der NATO andererseits hinaus, sollte nicht noch ein Wunder geschehen. Ein erwünschtes Szenario zur Durchsetzung und Finalisierung der neuen Weltordnung? Geben wir uns keiner Illusion hin, auch die Bundesrepublik Deutschland oder besser Deutschland arbeitet fleißig daran mit, wie eine abgehörte Telefonkonferenz zwischen hochrangigen Offizieren leicht annehmen lässt. Die gesamte Ukraine Situation mutet an wie Sandkastenspiele – allerdings eines, dass „große Jungs“ spielen, die noch nie Krieg gesehen haben und die mit dem Leben der Menschheit spielen.

 

Ausblick auf ein neues, multipolares Zeitalter

Was ist die Wortbedeutung von multipolar? Es bedeutet „mit mehreren Polen ausgestattet“. Während des „Kalten Krieges“ war die Welt aufgeteilt in bipolare Machtzentren (USA/NATO und Sowjetunion/Warschauer Pakt). Nach 1990 konnte das Konzept einer unipolaren Weltordnung mit den USA als einzigem Hegemon umgesetzt werden. Nun zeichnet sich eine mehrpolige Weltordnung ab. Es wird allgemein verkannt, dass die BRICS dabei nur eine Interimslösung, also Übergangslösung sind. Sie sind die Brechstange, die die unipolare Weltordnung, mit den USA an der Spitze, den Petro-Dollar und somit das Papiergeld oder Scheingeld-System zerstört. Hingegen ist Russland, gleichwohl BRICS-Mitglied, der Vorschlaghammer, der den militärischen Arm der USA bzw. der NATO zerstört. Je mehr der Westen sich gegen die Veränderungen stellt, desto stärker wird er Schaden erleiden. Er hat „einfach nicht mehr die politische und finanzielle Macht, ganz zu schweigen von der internationalen Legitimität, die er einst hatte“, stellt Chandran Nair in einem Beitrag für hintergrund.de fest.Es ist auffallend, wie vehement in den westlichen Massenmedien und durch nationale sowie internationale Akteure der Realität einer multipolaren Weltordnung widersprochen wird. Dabei wird nicht nur Haarspalterei betrieben, es werden Argumente angeführt, die falsch, verlogen und überkommen sind und die auf eine, um es diplomatisch zu sagen, starrsinnige Sichtweise hindeuten, die grundsätzliche Veränderung der Weltordnung kategorisch ausschließt (Beispielartikel im Link). Die Ergebnisliste unter dem Stichwort „multipolare Weltordnung“ bei der Suchmaschine Google gibt gleichfalls Zeugnis von der Selektion der angezeigten Ergebnisse. Gleichwohl gibt es Vordenker, die sich mit dem Konzept einer multipolaren Weltordnung auseinandergesetzt haben. Kritisch, aber immerhin konstruktiv, setzt sich das „Multipolar Magazin“ mit dem Thema Spannung vs. Kooperation in einer multipolaren Welt auseinander. Die Vorstellung einer harmonischen, multipolaren Welt ist nicht unbedingt die Norm. Allerdings bauen die Thesen, die der Autor Ulrich Teusch zum Besten gibt, auf oberflächlichen, ergo „offiziellen“ Geschichtswissen auf. Darauf basierend skizziert er Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken. Die Realität könne eher von Spannungen und Polarisierung geprägt sein, was Teusch durch die Betonung auf „Pole“ und „Polarisierung“ nahelegt. Dieser Gedanke würde durch die Unterscheidung zwischen Multipolarität und Multilateralismus verstärkt, wobei letzterer eher auf die Zusammenarbeit bei der Lösung grenzübergreifender Probleme abziele. „Ob eine multipolare Welt sich als Fluch oder Segen erweist, wird nicht nur von ihrer Konflikt- und Kriegsanfälligkeit abhängen, sondern auch von ihrer Problemlösungsfähigkeit und ihrer demokratischen Qualität,“ resümiert Ulrich Teusch. Mit einer positiven Vision wird der Leser nicht entlassen, eher mit dem Gefühl, dass alles schwierig sei und man doch lieber am „Weltpolizisten USA“ festhält. Nachdem die repräsentative Demokratie westlicher Prägung sich als ebenso untauglich erwiesen hat, den Frieden zwischen den Völkern zu bewahren wie der Absolutismus, wird es zeitnah Regierungsmodelle benötigen, die eine Alternative darstellen. Die Alternative liegt für Eurasien in konstitutionellen Monarchien, allerdings und das ist wichtig, unter Ausschluss von Parteien. Letztere haben mehr als einmal in den letzten zwei Jahrhunderten bewiesen, dass sie willige Helfer von Interessen sind und sich leicht und willentlich instrumentalisieren lassen. Es ist insgesamt ein Phänomen unserer Zeit, das Journalisten, Politiker, „Wissenschaftler“ sich nicht vorstellen können, dass es jenseits der Demokratie westlicher Prägung Staatsformen gibt, die besser funktionieren können. Schließlich hat die Demokratie ihre Defizite nun hinreichend genug unter Beweis stellen können. Die Neue Zürcher Zeitung titelte dazu treffend „Das Volk schaut nur zu. Denn Demokratie ist am Ende Oligarchie“, um im Artikel anschließend das Gegenteil zu beweisen. Das Bonmot des „Massenmörders“ Winston Churchill ist zutreffend und wieder herum auch nicht: „Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, ausgenommen all diese anderen, die man von Zeit zu Zeit ausprobiert hat.“ Churchill benennt die Demokratie als schlechte Staatsformen, um anzufügen, dass alle anderen Staatsformen angeblich wesentlich schlechter seien.

 

Wird Carl Schmitts Vision von regionalen Großräumen die neue Wirklichkeit?

Wie „schlecht“ die Demokratie westlicher Prägung sein können, zeigt die militärische Eskalation in der Ukraine, die das Potenzial einer nuklearen Auseinandersetzung bereits in sich trägt und der Umstand, dass kein demokratisch geführter westlicher Staat bereit ist, den kriegerischen Kurs in Richtung Friedensverhandlungen mit Russland einzuschlagen. Man macht es sich kindlich naiv einfach: Russland ist schuld und nur Russland kann. somit einseitig für Frieden sorgen, indem es seine Truppen zurückzieht und den Status ante wiederherstellt. Wegweisende Gedanken finden man zur aufkommenden multipolaren Welt beim deutschen Staatsrechtler Carl Schmitts (1888–1985) und seiner Vision von Großräumen: ihm zur Folge werden diese von regionalen Hegemonen dominiert, welche einander nicht in die Quere kommen. Schmitts Ansatz war dabei deutlich gegen Pluralismus und Universalismus gerichtet und favorisierte ein System, in dem starke, souveräne gegen die Tendenzen der Globalisierung und Universalisierung stehen. Betrachtet man die Ereignisse der letzten 150 Jahre, so gewinnt Schmitts These wieder an Gewicht: Der Unilateralismus und die Globalisierung haben eine ungeahnte Zerstörungskraft entfacht. Anstelle, wie behauptet, Frieden und Wohlstand für die Welt zu bringen, ist das Gegenteil eingetreten – wer konnte das auch erwarten?

Carls Schmitt entwickelte die Großraumtheorie vor dem Hintergrund der geopolitischen Realitäten seiner Zeit und als Antwort auf die Herausforderungen der globalen Ordnung. Er sah in der Monroe-Doktrin einen Präzedenzfall für seine Theorie, indem er die Nichtinterventionsforderung als Grundlage für die Aufteilung der Welt in Großräume interpretierte, in denen die Souveränität regionaler Hegemonen respektiert wird​​.

Schmitts Theorie ist eingebettet in eine Kritik am liberalen Universalismus und am Völkerrecht seiner Zeit, das er für unzureichend hielt, die politische Realität großer Machtblöcke und Einflusssphären zu erfassen. Er argumentierte gegen die Idee eines universellen Völkerrechts, das von den liberaldemokratischen Westmächten gefördert wurde, und setzte dem ein Konzept entgegen, das auf der Anerkennung von Großräumen basiert, innerhalb derer ein Hegemon für Ordnung sorgt und Interventionen von außen untersagt sind​​. Schmitt stellte sich eine Weltordnung vor, in der diese Großräume durch ein Gleichgewicht der Kräfte stabilisiert werden, wobei jedes Großraumzentrum, oder „Reich“, seine eigene Ordnung aufrechterhält und fremde Einmischungen abwehrt​​. Diese Vorstellungen von Schmitt haben eine anhaltende und kontroverse Rezeption erfahren. Während seine Theorien von einigen als Verteidigung der Souveränität und als realistische Beschreibung internationaler Beziehungen gesehen werden, kritisiert der Wikipedia-Eintrag Schmitts Ansichten (wie kann es auch anders sein) als fundamentale Ablehnung liberaler, demokratischer und pluralistischer Prinzipien. Als Begründung dafür muss seine Vergangenheit herhalten: „Schmitt wird heute, wegen seines staatsrechtlichen Einsatzes für den Nationalsozialismus, als Gegner der parlamentarischen Demokratie und des Liberalismus sowie als ‚Prototyp des gewissenlosen Wissenschaftlers, der jeder Regierung dient, wenn es der eigenen Karriere nutzt‘, weithin abgelehnt. Im Kontext der europäischen Integration (EG/EU) wurden Schmitts Ideen ebenfalls diskutiert. Einige Kommentatoren sehen Parallelen zwischen Schmitts Großraumtheorie und der Entwicklung der Europäischen Union, die sich durch grenzüberschreitende Anforderungen an Verkehr, Kommunikation und Wirtschaft kennzeichnet. Die EU könnte als ein modernes Beispiel für einen Großraum im Sinne Schmitts betrachtet werden, allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass sie auf supranationalen und demokratischen Prinzipien beruht und nicht auf der autoritären Hegemonie eines einzelnen Staates​​. Carl Schmitts Großraumtheorie bleibt ein umstrittener Teil seines Werkes und spiegelt die Komplexität seiner Gedanken sowie die politischen und historischen Kontexte, in denen er schrieb, wider. Schmitts Theorie hat weitreichende Diskussionen und kritische Bewertungen ausgelöst, besonders im Hinblick auf ihre Anwendung und Relevanz in der modernen geopolitischen Landschaft. Eine kritische Auseinandersetzung mit Schmitts Theorie zeigt, dass seine Ideen, insbesondere die Großraumtheorie, in der heutigen Zeit als eine Herausforderung und als Kritik am Liberalismus gesehen werden können. Sie regt zur Überprüfung und eventuellen Erneuerung demokratischer Regierungsformen an und beleuchtet die Schwächen des Liberalismus​​.

 

Der Unilateralismus ist gescheitert, der EFCR positioniert sich neu

Die Großraumtheorie ist somit kein historisches Relikt; sie bietet Perspektiven auf neue Strukturen der internationalen Beziehungen, die auch heute noch Diskussionen über Souveränität, Nichtintervention und die Rolle von Hegemonien anregen können. Die Theorie bietet einen Rahmen zum Verständnis der Komplexität globaler Machtverhältnisse und der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen staatlicher Souveränität und überstaatlicher Ordnung. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich geografisch bedingt durch die Kontinente entsprechend mindestens fünf Kraftzentren bilden werden. Mit China und Russland haben sich bereits zwei Zentren multipolarer Ordnung herausgebildet, wie die transatlantische Denkfabrik, European Council on Foreign Relations (ECFR) in einer Studie „erschüttert“ feststellen musste. Die Untertanen Washington D. C.’s werden eingeholt von der Realität und müssen ihr Heil in der Anpassung suchen. Die Studie stellt fest, dass die Annäherung Europas und der USA vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges gleichzeitig zu einer zunehmenden Entfremdung vom Rest der Welt führt. Die Studie prognostiziert, dass selbst bei einem ukrainischen Sieg eine liberal geführte Weltordnung unter US-Führung unwahrscheinlich wiederhergestellt wird und der Westen stattdessen als einer von mehreren Polen in einer multipolaren Welt existieren muss. Besonders hervorgehoben wird, dass es dem Westen nicht gelungen ist, andere Großmächte wie China, Indien oder die Türkei von seiner Position zu überzeugen, was auf eine Verschiebung der globalen Einflusskräfte hinweist. Allerdings irren die Studienautoren gewaltig: die „alte“ transatlantische Verbindung zwischen Europa und den USA hat ersterem nur geschadet, zweiterer hat überproportional davon profitiert. Die französische Politikerin Marion Maréchal, Mitglied der Partei Restoration äußerte sich zur harten Realität in Europa wie folgt: „Mit 34 Jahren wache ich in einer Europäischen Union auf, die eine digitale Kolonie der USA ist, eine wirtschaftliche Kolonie Chinas, eine demografische Kolonie Afrikas und zunehmend eine religiös und kulturelle Kolonie des Islam wird.“ Noch ist der Umfang der Zerstörung, die die USA mit ihrer unilateralistischen Politik angerichtet, die die europäischen Staatschefs in speichelleckerischer, demütigender Unterwerfung ausführen, nicht verstanden. Dafür wird jedoch die Verschärfung der europäischen Sanktionen gegen Russland (die sich in Wahrheit gegen die europäische Wirtschaft richten) und die weitere Eskalation der militärischen Auseinandersetzung bald sorgen. Als Konsequenz wird ein europäischer Hegemon entstehen, der ganz Europa umfassen und unter deutscher Führung stehen wird. Wer den eigentlichen Charakter der Deutschen kennt, der weiß, dass sie von ihrem Charakter her ein friedliebendes Volk sind, und daher darf man sich die Frage stellen, von wem die Deutschen aktuell regiert werden? Eine politische Kaste, dass sie sich derart arrogant, unempathisch, ja schon tyrannisch gegenüber der eigenen Bevölkerung verhält, ihr mittlerweile über 50 Prozent an Steuern und Abgaben aufbürdet, um damit einen Sozialstaat und ein ideologisches Wolkenkuckucksheim zu finanzieren. Jenseits der tristen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Realität in Mitteleuropa, denken Russland und China weiter: sie verfolgen eine „Zuerst Politik“ in Bezug auf die eigenen Interessen und fordern zunehmend eine multipolare Welt ein und kritisieren die aggressive Außenpolitik der USA offen. Dies tun sie aus einer Position der Stärke: militärisch und wirtschaftlich sowie gestützt durch eine große Bevölkerung. Sie verstehen den Ukrainekrieg nicht nur als regionalen Konflikt, sondern als Kampf um die zukünftige Weltordnung. Diese Perspektive findet zunehmend Unterstützung im Globalen Süden, was auf eine Verschiebung der globalen Machtverhältnisse hindeutet. Die multipolare Weltordnung kommt, da kann das westliche Establishment „Zeter und Mordio“ schreien, soviel es will. Ihr Krawall geht unter angesichts einer sich selbst neu ordnenden Welt. George W. Bush hatte in seiner 1991er-Rede eine neue Weltordnung gefordert und verkündet. Post mortem wird er diese bekommen. Freilich ganz anders, als er es zu Lebzeiten formuliert hatte.

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