Der neue Gold- und Silberrausch

Der US-Dollar, die internationale Leitwährung schlechthin, steht vor einem globalen Wachwechsel. Edelmetall gedeckte Währungen werden ihn ersetzen.

„Das Alte, das Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik.“ Mit diesen pathetischen Worten rief Philipp Scheidemann am 9. November 1918 vom Balkon des Reichstagsgebäudes die Republik aus. Die versammelten Menschen, die gekommen waren, um zunächst nur die Nachricht vom Sturz des Kaisers zu hören, reagierten verdutzt. Kurz zuvor hatte der Sozialist Kurt Eisner in München die bayerische Republik ausgerufen. Nach Augenzeugenberichten johlte die Menge vor Freude und Siegestrunkenheit. Endlich war man wieder wer. Die Worte des Aufbruchs, die Scheidemann vollmundig verkündigte, sollten sich 14 Jahre später in einen Albtraum verwandeln. Doch in dem Moment, an diesem kalten Novembertag, schien für die Schmach der Niederlage des Ersten Weltkriegs, der irrwitzigen und ungerechtfertigten Reparationszahlungen und der Teilbesetzung des Deutschen Reichs durch Truppen der Entente vergessen zu machen. Dabei konnten die Menschen kaum ahnen, welche brutale Zerstörung, welches unvorstellbares menschliches Leid, sie mit ihrem demokratisch insinuierten (beschönigten) Euphemismus heraufbeschworen. Getrieben von einer Mixtur aus sozialistischen Heilsversprechungen von Gleichheit und pseudo-nationaler Doktrin sollte das Land der Dichter und Denker dem Erdboden gleichgemacht werden.

Zuvor, in den 1920er-Jahren, steuerte die Weimarer Republik düsteren Zeiten entgegen. Kaum war sie unter dem Jubel einer verblendeten Masse in den Nachwehen der Sozialisten-Räterepubliken im November 1918 von einer Allparteienfront aus Sozialdemokraten und Zentrumspolitikern aus der Taufe gehoben, stand sie schon fast wieder vor ihrem Ende. Eine Hyperinflation breitete sich ab 1920 im ganzen Land aus. Die Preise für Güter des täglichen Bedarfs erreichten extrem hohe Niveaus. Die Inflation war so stark, dass die Preise buchstäblich von Tag zu Tag und manchmal sogar von Stunde zu Stunde stiegen. In dieser Zeit war die Mark so entwertet, dass die Menschen buchstäblich Waren mit Schubkarren voller Geldscheine kaufen mussten. Zu Beginn der Hyperinflation in den frühen 1920er-Jahren kostete ein Laib Brot vielleicht nur einige Hundert Mark. Doch mit dem Fortschreiten der Hyperinflation stiegen die Preise exponentiell. Bis zum Höhepunkt der Hyperinflation im November 1923 erreichten die Preise für einen Laib Brot Millionen oder sogar Milliarden Mark. Die extreme Entwertung der Mark führte dazu, dass das Geld praktisch wertlos wurde und die Menschen ihre Ersparnisse verloren. Erst die vorübergehende Einführung der Rentenmark konnte die Preisexplosion stoppen. Ein ähnliches Szenario könnte uns erneut bevorstehen.
 

Die Bedeutung von Gold und Silber als Vermögenssicherung

Gold und Silber haben seit jeher eine zentrale Rolle in den Finanzmärkten gespielt und gelten als sichere Investitionen, besonders in Zeiten ökonomischer Unsicherheit. Sie waren bereits in antiken Zivilisationen begehrte Ressourcen und dienten als Währungen, Schmuck und Symbole des Reichtums. Ihre Fähigkeit, Wert über Jahrtausende hinweg zu bewahren, macht sie bis heute zu einem der wichtigsten Anlagegüter. Ein Artikel von Investopedia erläutert die historische Rolle von Gold als „Krisenwährung“, die insbesondere in Zeiten der Inflation oder politischen Unsicherheiten als sicherer Hafen dient: Anleger rund um den „Globus“ sind seit Langem von Gold begeistert, und der Preis des Metalls ist in den vergangenen 50 Jahren erheblich gestiegen. Somit ist Gold in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit traditionell der sichere Hafen für Vermögen schlechthin. Es wird oft als Absicherung gegen Inflation, Währungsabwertung und geopolitische Krisen betrachtet. Viele Anleger und Zentralbanken halten Gold als eine Form von Vermögenswert, der ihre Kaufkraft langfristig bewahrt. Es hat nämlich anders als alle anderen Zahlungsmittel in Papierform (Währungen) und Anlageformen (Aktien, Staatsanleihen, Obligationen) einen Wert an sich.

Nicht zu unterschätzen sind zudem die Begeisterung für Gold aufgrund psychologischer Faktoren – wie das Vertrauen in physische Vermögenswerte oder die emotionale Sicherheit, die Menschen beim Besitz von Gold empfinden. In vielen Kulturen und Religionen hat Gold eine besondere Bedeutung. Es wird oft mit Reinheit, Göttlichkeit oder spirituellem Reichtum in Verbindung gebracht und spielt in religiösen Zeremonien und Ritualen eine wichtige Rolle. Es wird zudem wegen seiner schönen, glänzenden Farbe und seiner Haptik geschätzt. Seine Verwendung in der Schmuckproduktion (v. a. in Indien), in Kunstwerken und in architektonischen Elementen betont Makellosigkeit, Schönheit und Eleganz. Ein wichtiger Treiber der globalen Goldnachfrage sind die Zentralbanken. Gold bewegt sich manchmal entgegengesetzt zum US-Dollar, da das Metall auf Dollar lautet und somit eine Absicherung gegen die Inflation darstellt. Das verfügbare Goldangebot wird in erster Linie durch die Minenproduktion bestimmt. Gold und Silber zeichnen sich durch besondere physikalische Eigenschaften aus, die sie für verschiedene industrielle und dekorative Anwendungen wertvoll machen. Gold ist korrosionsbeständig und hat hervorragende Leitfähigkeiten, was es in der Elektronik und sogenannten Raumfahrt unverzichtbar macht. Silber hat die höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle und wird daher in der Fotovoltaik, in Elektroautos, in der Medizintechnik und in zahlreichen anderen Industriebereichen eingesetzt.

Ein wichtiger Punkt wird bei der Geldanlage von vielen übersehen oder schlechtweg ignoriert: das Gegenparteirisiko: Geschäfte mit Wertpapieren (Aktien, Staatsanleihen etc.) haben immer ein Risiko, über das viele Anleger nicht nachdenken – das sogenannte Counterparty Risk (Gegenparteirisiko). Dieser Begriff bezieht sich auf das Risiko, dass eine Partei in einem finanziellen Geschäft ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Auch Staaten, deren Zentralbanken FIAT-Geld herausgeben, sind diesen Gegenparteirisiken ausgesetzt, insbesondere wenn sie Devisenreserven in US-Dollar halten. Wenn die Bonität des US-Dollars beeinträchtigt wird oder sich seine Wertentwicklung negativ entwickelt, können diese Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und die Wirtschaft eines Landes haben, das stark von US-Dollar-Transaktionen abhängig ist. Aktuell hält jedes Land noch hohe US-Dollar-Reserven, da ein Großteil wichtiger Güter zudem in US-Dollar, wie Öl und Erdgas, gehandelt wird.

Geopolitische Entwicklungen und Manipulation der Edelmetallmärkte

Die US-Außenpolitik, speziell Sanktionen und die Beschlagnahme ausländischer Vermögen, wie zuletzt den Devisenreserven der russischen Zentralbank in den USA (ca. 4 bis 5 Milliarden US-Dollar) und der Beschlagnahmung der Zinserträge des russischen Vermögens (ca. 4,4 Mrd. US-Dollar im Jahr 2023) in und durch die EU hat erhebliche Auswirkungen auf den US-Dollar. Es schreckt ausländische Investoren ab, Vermögen in den USA oder der EU zu investieren, da ihnen vorexerziert wurde, dass politische Faktoren die maßgebende Rolle spielen, ob ihr Vermögen im westlichen Ausland garantiert ist oder nicht. So stellen sich Staaten, wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (V.A.E.) die Frage, wer der nächste sein wird, den der Westen für politische Kursänderungen möglicherweise bestrafen wird? Das fördert das Interesse an alternativen Investitionen wie Gold und Silber. Der Trend zur Dedollarisierung in einigen Teilen der Welt verstärkt diese Entwicklung. Die BRICS-Staaten arbeiten an Plänen zur Schaffung einer eigenen Währung, was den US-Dollar weiter unter Druck setzen könnte. Dies könnte langfristig die Preise für Gold und Silber beeinflussen, da diese Länder nach alternativen Wegen suchen, um ihre wirtschaftliche Souveränität zu stärken. Die Preise von Gold und Silber werden durch eine komplexe Mischung aus Angebot und Nachfrage, geopolitischen Ereignissen und makroökonomischen Trends bestimmt. Wirtschaftliche Unsicherheiten, wie sie beispielsweise durch die COVID-19-Pandemie verursacht wurden, werden zu einem weiteren Anstieg der Edelmetallpreise führen, da Anleger nach sicheren Anlagen suchen. Auch wenn laut dem World Gold Council im ersten Quartal 2024 die über Börsen generierte Goldnachfrage um 5 % auf 1.102 Tonnen zurückging, stieg sie inklusive des außerbörslichen Handels (OTC) im Jahresvergleich um 3 % auf 1.238 Tonnen. Somit war das erste Quartal 2024 das stärkste erste Quartal seit 2016. Das bedeutet, dass der Goldeinkauf jenseits der Börsen an Relevanz zunimmt.

Die Nachfrage nach Gold primär durch die Zentralbanken hat nicht zuletzt wegen der Neueinstufung als TIER 1 Kategorie (das ist die sicherste Stufe) durch das Abkommen Basel III stark zugenommen. Goldverträge und sogenannte Papier-Gold-Anlageprodukte hingegen, die ohne die physische Hinterlegung von Gold bei den Vertragsparteien abgeschlossen werden, sowie „Nicht zugewiesenes Gold“ (unallocated gold) wurden als TIER 3 Kategorie (das ist die schlechteste Kategorie) eingestuft. War man im Jahr 2021 noch davon ausgegangen, dass dies zu keinerlei Veränderungen im Goldmarkt führen wird, ist diese Ansicht mittlerweile von der Realität überholt. Maßgeblich beigetragen haben die geopolitischen Eskalationen (Ukraine, Nahost-Konflikte) und finanzpolitischen Veränderungen, die u. a. durch den Erfolg von BRICS herbeigeführt wurde. „BRICS ist vorrangig ein anti-hegemoniales Projekt, das die Vormachtstellung der bestehenden Weltordnung und die weltwirtschaftliche Dominanz des US-Dollars brechen will. Gleichzeitig aber ist BRICS ein geopolitisches Projekt, in dem klassische Machtpolitik, wirtschaftliche und militärische Stärke sowie außenpolitischer Einfluss zentrale Elemente sind“, urteilt die liberale Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrem IPG-Newsletter.

Ein wesentlicher Grund, warum der Gold- und Silberpreis niedrig ist, liegt im Derivate-Handel. Derivate, insbesondere Futures (Verträge, die erst in der Zukunft zum Tragen kommen) und Optionen (zukünftige Kauf- und Verkaufsrechte zu einem definierten Preis), spielen eine entscheidende Rolle bei der Preisfindung für Gold und Silber. Diese Finanzinstrumente ermöglichen es Händlern, auf zukünftige Preisbewegungen zu spekulieren, was sowohl zu Marktstabilität als auch zu Volatilität (Preisschwankungen) führen kann. Der Missbrauch solcher Instrumente kann jedoch auch zu Marktmanipulationen führen, wie es in der Vergangenheit bei verschiedenen Finanzskandalen der Fall war. Im Jahr 2020 bekannte sich JPMorgan Chase schuldig, den Silbermarkt manipuliert zu haben, und stimmte einer Geldstrafe von 920 Millionen US-Dollar zu. Die Bank wurde beschuldigt, über Jahre hinweg den Silberpreis durch betrügerische Handelspraktiken wie Spoofing, also das Platzieren und anschließende Rückziehen großer Orders, manipuliert zu haben. Im Jahr 2019 wurden vier ehemalige Mitarbeiter von JPMorgan Chase wegen ihrer Beteiligung an einer Manipulation des Silber- und Goldmarktes angeklagt. Die Bank selbst wurde jedoch nicht direkt angeklagt. Die Anklage war Teil eines breiteren Ermittlungsverfahrens gegen Banken wegen der Manipulation von Edelmetallmärkten. Der Finanzexperte und Unternehmer Sebastian Hell geht laut seines Gastbeitrages für das Magazin „Focus“ davon aus, dass die Zentralbanken die Gold- und Silberpreisbildung beeinflussen: „Zentralbanken arbeiten verdeckt. (…) Zudem bedienen sie sich, wie wahrscheinlich im Falle der amerikanischen Notenbank (FED), auch Mittelsmännern. Es gibt immer wieder Gerüchte, dass große amerikanische Hedgefonds für die FED „besondere“ Aufträge ausführen. Zudem dürfte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, welche als Bank der Notenbanken gilt, großen Einfluss auf den Goldhandel haben. Da Gold ein Angstbarometer ist und gerade in Krisenzeiten zu starken Anstiegen neigt, welche wiederum mediale Aufmerksamkeit nach sich ziehen, ist davon auszugehen, dass größere Aufwärtsbewegungen bei Gold gebremst werden, um Anleger nicht zu verunsichern.“


Warum ein neuer Gold- und Silberrausch kommen wird

Es gibt verschiedene Szenarien, die dazu führen können, dass das FIAT-Geld, insbesondere die Leitwährung der Welt, der US-Dollar, von heute auf morgen erheblich an Wert verlieren:

  1. Die Federal Reserve Bank (FED) verändert ihren derzeit eingeschlagenen Kurs und wechselt erneut zu einer expansiven Geldpolitik, um die wirtschaftliche Konjunktur in den USA zu stützen, indem sie den Leitzinssatz absenkt. Dadurch wird der US-Dollar geschwächt und die Inflation, die zuletzt mehr oder weniger erfolgreich bekämpft wurde, kommt zurück.
     
  2. Die USA geraten aufgrund ihrer exzessiven Schuldenaufnahme (aktuell 124,7 % Verschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) in Verlegenheit, genügend Käufer für Ihre Staatsanleihen zu finden (mit deren Ausgabe sie ihre Verschuldung finanziert). Die USA befinden sich in einer Schuldenkrise und die Politik kennt nur eine Lösung – mehr Schulden. China und auch Russland haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich ihre US-Staatsanleihen verkauft.
     
  3. Investoren verlieren das Vertrauen in die Sicherheit ihrer im Westen angelegten Vermögenswerte (in US-Dollar, Euro oder Britisches Pfund), welches sie durch das Beispiel der Beschlagnahme von russischen Vermögen, in Gefahr wähnen und ziehen dieses ab. Dies würde zur globalen Wechselkursinstabilität führen und eine Zinsanhebung notwendig machen, die wieder herum die Erholung der westlichen Volkswirtschaften abwürgen würden.
     
  4. Die BRICS führen eine alternative Währung als Konkurrenz zum US-Dollar ein, die hauptsächlich für die Entwicklungs- und Schwellenländer attraktiv ist, da diese sie mittelfristig aus der westlichen Kontrolle durch den Internationalen Währungsfonds (IMF) und Weltbank befreien würde. Die Einführung der BRICS-Währung ist für den nächsten Gipfel der Mitgliedsstaaten im russischen Kasan im Oktober 2024 angekündigt. Es ist wahrscheinlich, dass viele Staaten des Globalen Südens ihre US-Dollar-Reserven kurzfristig gegen die neue BRICS-Währung eintauschen werden. Damit ist der US-Dollar als Wertreservewährung hinfällig. Dies wird zu einem rapiden Wertverlust der Weltleitwährung führen. Zumal BRICS ankündigte, weitere Staaten davon überzeugen zu wollen, die neue BRICS-Währung zu akzeptieren, indem sie deren nationalen Währungen stützen werden. Bedenken wir zudem, dass im November die Wahl eines neuen US-Präsidenten anberaumt ist. Welche Auswirkung wird die Ankündigung der Einführung einer neuen BRICS-Währung auf die US-Wahl wohl haben?

Andy Schectman, Inhaber des Edelmetallhändlers Miles Franklin Precius Metals fasst das kommende Szenario zusammen: „147 Staaten nehmen an der „Belt and Road Initiative“ Chinas teil. Diese und die Mitgliedsstaaten der BRICS, machen 90 Prozent der Weltbevölkerung aus. Allein können sie nichts gegen die Übermacht der USA ausrichten, gemeinsam jedoch können sie die USA dominieren.“
Saudi-Arabien wird sich über lang oder kurz entscheiden, das unter Henry Kissinger ausgehandelte Sicherheits- und Petro-Dollar-Abkommen mit den USA zu kündigen. Als Dialogpartner des eurasischen Sicherheits- und Militärbündnisses Shanghai Cooperation Organization (SCO) und als BRICS Mitgliedsstaat wird es militärisch von Russland und China geschützt. Saudi-Arabien und mit ihnen alle OPEC-Staaten werden ankündigen, dass kritische Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas auch in anderen Währungen, außer dem US-Dollar gehandelt werden können.
„Was passiert dann“, fragt Schectman in einem Video von Bullions News weiter. „Jedes Land, welches seit 1974 US-Dollar hält, wird diese loswerden wollen und der US-Dollar bricht zusammen. Dieser Verkaufstsunami wird zu Hyperinflation in den USA führen, da zu viel Währungseinheiten die Geldmenge des US-Dollars aufblähen wird. Dies wird zu einem Zinsanstieg führen, um den Kaufkraftverlust einzudämmen. Im Gegensatz dazu werden Aktien, Anleihen und (Unternehmens-)Schuldverschreibungen und Immobilien, die das Rückgrat des Wohlstandes in den USA bilden, massiv an Wert verlieren.“

Bank Run, Gold- und Silberhausse wird die FIAT-Währungen wertlos machen

Bei jedem der oben genannten Szenarien wird es nicht nur Bank Runs in der westlichen Hemisphäre geben, die Menschen werden versuchen, so viel Papiergeld wie möglich in Edelmetalle zu investieren. Die Folge daraus sind rasant steigende Edelmetallkurse. Bei fallendem Dollarkurs und steigenden Preisen müssen die „Shortseller“ (Leerverkäufer von Werten, z. B. Aktien, die er gar nicht besitzt), die auf fallende Kurse bei Gold und Silber gesetzt haben, ihre Positionen eliminieren, also die Kaufoptionen ziehen, um ihre Verluste zu minimieren.
Experten prognostizieren unabhängig von diesem extremen Szenario, dass die Nachfrage nach Gold und Silber aufgrund von Wirtschaftszyklen und geopolitischen Spannungen weiterhin stark bleiben wird. Besonders im Silbermarkt wird ein „gutes Jahr“ (Wirtschaftsmagazin Capital) erwartet. Investoren, die sich frühzeitig positionieren, könnten von den langfristigen Preisanstiegen des Silbers profitieren. Allerdings ist der Silberpreis wesentlich volatiler, er schwankt in einem überschaubaren Zeitraum nach oben und nach unten. Daher ist der Silberkauf eher etwas für mittelfristige bis langfristige Investitionen. Kagels Trading sieht zwei Szenarien für die Entwicklung des Silberpreises: eine konservative Preisentwicklung hin zu 30 US-Dollar/Feinunze und eine progressive Preisentwicklung hin zu 50 US-Dollar/Feinunze. Im Vergleich zu Gold allerdings ist Silber deutlich günstiger zu haben, hat im Vergleich zu Gold ein stärkeres Kursausbruchpotential (nach oben und nach unten), wird stärker von der Industrie verbraucht als Gold, wodurch eine kontinuierliche Nachfrage entsteht. Silber, bedingt durch seinen niedrigeren Preis je Feinunze, ist im Gegensatz zu Gold für Tauschgeschäfte besser geeignet. Rafi Farber, der Endgame Investor, wie er sich selbst nennt, berichtet darüber, dass während der Phase der Hyperinflation in der Weimarer Republik Häuser für den Gegenwert von 75 Feinunzen den Besitzer wechselten. Auch Gold wurde für den Kauf von Immobilien, für den Erwerb von hochwertigen Gütern verwendet. Es fand Verwendung für internationale Transaktionen, da es als universelle Währung akzeptiert wurde. Gold und auch Silber sind zudem die einzigen Anlageklassen, die nie ihren Wert verlieren wird, im Gegensatz zu dem Sparkonto, was von heute auf morgen durch Inflation wertlos werden kann oder durch eine Währungsreform massiv geschmälert wird (denken wir an die letzte Währungsreform bei der Einführung des Euros). Das mühsam über Jahrzehnte angesparte Vermögen zu erhalten, ist die Aufgabe ganzer Generationen vor uns gewesen. Nur diejenigen, die nicht auf Ihren Bauch, sondern auf die Versprechungen der Zentralbanken (EZB) und sich auf die Beruhigungspillen der Politik vertrauen, die sind zwar nicht verloren, aber bankrott. Zum Höhepunkt der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 versprach die damalige Bundeskanzlerin Angel Merkel, dass die Einlagen der deutschen Sparer sicher sein. Zu groß war die Gefahr, dass der „deutsche Michel“ sein hart Abgespartes von der Bank holt und somit der Euro kollabiert wäre.

 

 

 

 

 

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