• Lesezeit: 6 Minuten Ein Pathologe in Reutlingen öffnete Leichen, weil Angehörige ihn darum baten. Niemand hatte ihn beauftragt. Kein Ministerium, kein Institut, keine Behörde wollte wissen, woran diese Menschen gestorben waren — kurz nachdem ihnen ein Präparat injiziert worden war, das man in Rekordzeit an die halbe Welt verteilt hatte. Arne Burkhardt tat, was eigentlich der Staat hätte tun müssen. Und der Staat tat das Gegenteil: Er sah weg. Über Burkhardts Befunde lässt sich streiten, und dieser Streit gehört geführt. Was sich nicht bestreiten lässt, ist der Rahmen, in dem er stand. Die größte medizinische Maßnahme der Geschichte — milliardenfach, unter Notfallzulassung, mit auf Monate verkürzter Prüfung — lief ohne das Sicherheitsnetz, das jeder ordentliche Versuch verlangt: kein flächendeckendes Obduktionsprogramm, kein aktives Erfassungssystem, keine unabhängige Auswertung. Ein Experiment dieser Größenordnung hätte engmaschig begleitet werden müssen. Es wurde es nicht. Das ist keine Unterstellung, sondern der dokumentierte Zustand. Dabei herrschte schon zu Beginn keineswegs Einigkeit. Der Impfstoffentwickler Geert Vanden Bossche, vormals bei der Impfallianz GAVI und der Gates-Stiftung, warnte im offenen Brief an die WHO eindringlich davor, mitten in eine laufende Pandemie hineinzuimpfen: Der Selektionsdruck einer unfertigen Massenimmunität, so seine Sorge, züchte erst die Fluchtmutanten, vor denen man sich zu schützen vorgab. Seine Zuspitzung blieb umstritten — das zugrunde liegende evolutionsbiologische Prinzip ist es nicht. Dem gegenüber stand keine virologische Schule, sondern eine politische Linie: schnell, massenhaft, durchimpfen. Jens Spahn rief die „Pandemie der Ungeimpften“ aus — ein Satz, dem selbst Christian Drosten öffentlich widersprach. Und hier zeigt sich das eigentliche Muster, Mehr lesen

  • Am 10. Juli 2025 entschied der Bundestag, die Corona-Jahre durch eine Enquete-Kommission aufzuarbeiten — nicht durch einen Untersuchungsausschuss. Der Unterschied ist kein juristisches Detail: Das eine Gremium kann Akten und Aussagen erzwingen, das andere nur dokumentieren. Wer über die eigene Rolle mitentscheidet, wählt das mildere Werkzeug.