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Serien | Sicherheitspolitik

Sicherheitspolitik ist keine technische Frage von Stückzahlen, Reichweiten und Haushaltslinien. Sie ist die Antwort einer Ordnung auf die Frage, wofür sie sich selbst noch verteidigen würde — und mit welchen Mitteln. Genau deshalb gehört sie an die Spitze einer historisch geschulten Analyse, nicht an deren Rand.

Diese Serie betrachtet Sicherheitspolitik im Jahr 2026 als das, was sie tatsächlich geworden ist: eine Industrie mit eigener Wachstumslogik, eine Doktrin im Übergang, eine Architektur, in der die Rüstungskontrolle der 1970er bis 1990er Jahre zerfällt, ohne dass eine neue entstünde. New START läuft im Februar 2026 aus. Der INF-Vertrag ist seit 2019 Geschichte. Russland hat im November 2024 seine Nuklear-doktrin abgesenkt, Frankreich bietet seinen kontinentalen Nachbarn eine „neue Phase“ nuklearer Beteiligung an, die Türkei baut den größten Flugzeugträger des östlichen Mittelmeers, Israel privatisiert seine drei großen Rüstungskonzerne, und die Bundeswehr ist nach Auskunft ihres eigenen Wehrbeauftragten von einem dreißigtägigen Munitionsvorrat „sehr weit entfernt“.

Die Serie folgt dem Material: Wer produziert was, in welchen Mengen, mit welchen Vorprodukten, an wen? Wer hängt von wem ab, und welche Lücke wird durch welches Substitut gefüllt? Sie folgt der Doktrin: Welche Schwellen wurden gesenkt, welche Reichweiten verkürzt, welche Begriffe verschoben? Und sie folgt der Geschichte: Helmut Schmidts Londoner Rede 1977, der Nachrüstungsbeschluss 1979, die Friedensbewegung 1980 bis 1983, der INF-Vertrag 1987 — die Architektur, von der 2026 nur noch das Vokabular geblieben ist.

Die Frage, die diese Serie stellt, ist nicht, ob eine Bedrohung existiert. Diese Frage lässt sich empirisch diskutieren. Die Frage ist, ob eine Politik, die behauptet, eine Bedrohung abzuwehren, dies materiell tut — und ob sie die Debatte darüber zulässt, die im Jahr 1979 noch möglich war und im Jahr 2026 nicht mehr stattfindet.

Serien | Sicherheitspolitik

Sicherheitspolitik ist keine technische Frage von Stückzahlen, Reichweiten und Haushaltslinien. Sie ist die Antwort einer Ordnung auf die Frage, wofür sie sich selbst noch verteidigen würde — und mit welchen Mitteln. Genau deshalb gehört sie an die Spitze einer historisch geschulten Analyse, nicht an deren Rand.

Diese Serie betrachtet Sicherheitspolitik im Jahr 2026 als das, was sie tatsächlich geworden ist: eine Industrie mit eigener Wachstumslogik, eine Doktrin im Übergang, eine Architektur, in der die Rüstungskontrolle der 1970er bis 1990er Jahre zerfällt, ohne dass eine neue entstünde. New START läuft im Februar 2026 aus. Der INF-Vertrag ist seit 2019 Geschichte. Russland hat im November 2024 seine Nuklear-doktrin abgesenkt, Frankreich bietet seinen kontinentalen Nachbarn eine „neue Phase“ nuklearer Beteiligung an, die Türkei baut den größten Flugzeugträger des östlichen Mittelmeers, Israel privatisiert seine drei großen Rüstungskonzerne, und die Bundeswehr ist nach Auskunft ihres eigenen Wehrbeauftragten von einem dreißigtägigen Munitionsvorrat „sehr weit entfernt“.

Die Serie folgt dem Material: Wer produziert was, in welchen Mengen, mit welchen Vorprodukten, an wen? Wer hängt von wem ab, und welche Lücke wird durch welches Substitut gefüllt? Sie folgt der Doktrin: Welche Schwellen wurden gesenkt, welche Reichweiten verkürzt, welche Begriffe verschoben? Und sie folgt der Geschichte: Helmut Schmidts Londoner Rede 1977, der Nachrüstungsbeschluss 1979, die Friedensbewegung 1980 bis 1983, der INF-Vertrag 1987 — die Architektur, von der 2026 nur noch das Vokabular geblieben ist.

Die Frage, die diese Serie stellt, ist nicht, ob eine Bedrohung existiert. Diese Frage lässt sich empirisch diskutieren. Die Frage ist, ob eine Politik, die behauptet, eine Bedrohung abzuwehren, dies materiell tut — und ob sie die Debatte darüber zulässt, die im Jahr 1979 noch möglich war und im Jahr 2026 nicht mehr stattfindet.

  • Teil 1 (frei)

    Krieg als Testfeld — Teil 1: Hardware, Marketing und die Wahrheit, die zuerst stirbt

    Wenn US-amerikanische, deutsche, russische, türkische, israelische und chinesische Rüstungsbetriebe einen Krieg gleichzeitig als Forschungsfeld nutzen, wird die Berichterstattung über Wirkung und Versagen ihrer Systeme zur eigenen Kampfdisziplin. Eine nüchterne Bestandsaufnahme über die ältere Verwandtschaft moderner Wunderwaffenerzählungen. Mehr lesen

  • Teil 2 (Lorely+)

    Krieg als Testfeld — Teil 2: Doktrin, Personal und Integration

    Wenn ukrainische Drohnenoperateure zwei NATO-Bataillone an einem Tag ausschalten, Russland die digitale Infrastruktur westlicher Operationsmodelle gezielt unterbricht und die Europäische Union die ukrainische Rüstungsindustrie strukturell in ihr eigenes Verteidigungsprogramm einbaut — drei Befunde zur asymmetrischen Lehrgeschwindigkeit zwischen Lehrling und Lehrmeister. Mehr lesen

  • Teil 3 (Lorely+)
    Reihen von 155-mm-Artilleriegranaten in einer Produktionshalle

    Die Lieferliste – Was die Ukraine 2026 braucht und was Europa nicht hat

    Was die Ukraine 2026 braucht und was Europa nicht hat: 200.000 Granaten pro Monat, bis zu tausend Abfangdrohnen pro Tag, eine Tagesproduktion von 208 russischen Geran-2 — und ein deutscher Sonderstab Ukraine mit 25 Soldaten, der „Crowdfunding-Veranstaltungen“ für Drohnen organisiert. Eine nüchterne Bestandsaufnahme der europäischen Lieferkapazität im vierten Jahr der Zeitenwende. Mehr lesen

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