
Veröffentlicht im August 2026
Trump kürzt Militärmanöver mit Südkorea
Washington – Donald Trump (80), Präsident der Vereinigten Staaten, hat am Sonntag angewiesen, die Manöver mit Südkorea zu kürzen, einen Tag vor ihrem Beginn. Als Grund nannte er sein „sehr gutes Verhältnis“ zu Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un – und Seouls Absage im Iran-Krieg. Seit Montag üben dort 18.000 südkoreanische Soldaten.
Panmunjom, 30. Juni 2019: Trump betrat als erster amtierender US-Präsident nordkoreanischen Boden. Die anschließenden Gespräche über das Atomprogramm blieben ohne Ergebnis. In seiner zweiten Amtszeit kam bislang kein Treffen zustande.
Das gemeinsame Manöver „Ulchi Freedom Shield“ läuft vom 17. bis zum 27. August. Vorgesehen waren 14 Feldübungen, drei weniger als im Vorjahr – beschlossen laut der Agentur Yonhap in Seoul, nicht in Washington. Südkoreas Präsident Lee Jae Myung (61) sucht seinerseits das Gespräch mit Pjöngjang.
Trump schrieb auf Truth Social, die Manöver seien teuer und sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal“. Nordkorea habe sich respektvoll und ungefährlich verhalten. Zum Absagen sei es zu spät, deshalb solle Pete Hegseth (46) das Programm zusammenstreichen – Trump nennt ihn den „Kriegsminister“.
Dann folgte der Satz, der in Seoul hängenblieb. Trump habe Südkoreas Präsidenten gefragt, ob dieser sich an der atomaren Entwaffnung des Iran beteilige; die Antwort sei „Nein danke!“ gewesen. Beide Vorgänge nannte Trump im selben Beitrag „etwas unzusammenhängend (?)“ – das Fragezeichen setzte er selbst.
Konsequenz aus Südkoreas Nein zur US-Unterstützung gegen den Iran
Seit dem 28. Februar 2026 führen die Vereinigten Staaten und Israel Krieg gegen den Iran, Südkorea blieb außen vor. Das Präsidialamt teilte lediglich mit, man stimme sich eng ab. Der Generalstab bestätigte den Beginn des Manövers und lehnte jeden Kommentar zu Trump ab.
Südkoreanische Medien bezweifeln offen, dass Trumps Vorstoß vorher mit Seoul abgesprochen war. Das Muster stammt aus der ersten Amtszeit: Nach dem Gipfel von Singapur 2018 kündigte Trump das Ende der „war games“ (Kriegsspiele) an. Pentagon und Verbündete erfuhren es aus der Rede, nicht vorab.
Ende April kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz (70) das amerikanische Vorgehen im Iran-Krieg. Am 1. Mai ordnete Hegseth den Abzug von 5.000 der rund 39.000 US-Soldaten aus Deutschland an. Washington nennt als Grund offiziell den Umbau der Präsenz in Europa.
Damals wie heute erfährt der Verbündete den Beschluss, er verhandelt ihn nicht. Ein Bündnis, das Schutz gegen Gefolgschaft verrechnet, wird zum Geschäft auf Widerruf. Genau dieses Kalkül treibt Staaten in eigene Sicherheitsarchitekturen – in Mekka haben im August drei davon unterschrieben.




