Angst ist das älteste und ökonomischste aller Herrschaftsmittel. Sie überlässt dem Beherrschten die Arbeit der Unterwerfung selbst: Wer fürchtet, diszipliniert sich, bevor ein Befehl ergeht. Diese Serie verfolgt das Werkzeug durch drei deutsche Systeme, die nichts miteinander gemein zu haben scheinen und doch denselben Hebel bedienen — das nationalsozialistische Deutschland, die DDR und die Bundesrepublik in der Corona-Krise.
Was die Systeme verbindet, ist nicht das Ausmaß des Unrechts, sondern die Funktionsweise eines Mittels — und die Frage, was es mit den Menschen macht, die ihm ausgesetzt sind: dem Mitläufer, dem Zuträger, dem Bürger, der sich anpasst.
Die Serie sucht nicht die Gleichsetzung, sondern das Muster. Sie hält die Unterscheidung, auf die es ankommt: zwischen dem Spielraum des Einzelnen und der Schuld dessen, der die Macht hat. Wer den Hebel kennt, erkennt die Hand, die ihn bedient — gleich, in welchem System.