KI-generierte Collage: US-Kaserne in Deutschland mit Panzerfahrzeugen, Porträts von Pete Hegseth und Boris Pistorius, Schlagzeile „Wie viele US-Soldaten bleiben?“
Wie viele US-Soldaten bleiben? (Hegseth, Pistorius)

Bis zum 6. November sollten Pete Hegseth Optionen für die US-Truppen in Europa vorliegen; aus Deutschland sollen bereits 5.000 Soldaten abgezogen werden. Bild: KI-generierte Collage (Loreley-Blog), Einzelporträts, kein gemeinsames Treffen.

US-Truppen in Deutschland

Pentagon schweigt zu Abzugsplänen für Europa

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Die Frist ist abgelaufen, eine Entscheidung ist nicht bekannt. Bis zum 6. November sollten US-Kriegsminister Pete Hegseth mindestens vier Optionen für die künftige US-Truppenpräsenz in Europa vorliegen. Weder das Pentagon noch die Bundesregierung haben sich seither dazu geäußert.

Den Termin nennt ein Pentagon-Dokument, über das Reuters am 27. August berichtete. Die Optionen sollen unterschiedliche Truppenstärken und Stationierungen durchspielen, dazu Weltraum-, Cyber- und Nachrichtendienst-Infrastruktur. Abgeschlossen werden soll die Überprüfung im Dezember; danach entscheidet Präsident Donald Trump. Den Titel Kriegsminister trägt Hegseth seit September 2025, als Trump das Verteidigungsministerium per Erlass in „Department of War“ umbenannte.

Angekündigt hatte Hegseth die auf sechs Monate angelegte Überprüfung am 18. Juni. Er warf Verbündeten vor, sich auf Kosten der USA verteidigen zu lassen, und verlangte klare Regeln für Zugang, Stützpunkte und Überflugrechte. Trump hält den Europäern vor, die USA im Iran-Krieg zu wenig unterstützt zu haben.

In Europa stehen rund 86.000 US-Soldaten

So viele zählte das US-Militär Mitte April, davon etwa 39.000 in Deutschland. Laut NBC News prüft das Pentagon, 25.000 bis 40.000 abzuziehen, vor allem aus Deutschland, Italien und Spanien. Der Sender beruft sich auf anonyme Quellen; eine Entscheidung sei nicht gefallen. Der Kongress hat 2025 eine Hürde eingebaut: Die Zahl der dauerhaft im Bereich des Europa-Kommandos stationierten Soldaten darf nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen.

Aus Deutschland sollen schon 5.000 Soldaten abgezogen werden

Deutschland ist nach Japan der zweitgrößte US-Standort außerhalb der Vereinigten Staaten. In Ramstein liegt die Luftdrehscheibe für Europa und den Nahen Osten, in Landstuhl das größte US-Militärkrankenhaus im Ausland, in Grafenwöhr der größte Truppenübungsplatz außerhalb der USA. Stuttgart beherbergt die Hauptquartiere des Europa- und des Afrika-Kommandos, Wiesbaden die Zentrale des US-Heeres in Europa.

Am 1. Mai 2026 ordnete Hegseth den Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Deutschland an, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz das Vorgehen der USA im Iran-Krieg scharf kritisiert hatte. Gehen soll ein Brigade-Kampfteam, binnen sechs bis zwölf Monaten; ein für 2026 geplantes Bataillon mit weitreichenden Waffen wird nicht entsandt. Seine Stationierung hatten Washington und Berlin im Juli 2024 am Rande des Nato-Gipfels in Washington vereinbart: Marschflugkörper vom Typ Tomahawk, SM-6-Raketen und Hyperschallwaffen. Später hieß es, die Soldaten sollten nach Polen verlegt werden; eine dort geplante Rotation von 4.000 Soldaten war zuvor gestrichen worden. Verteidigungsminister Boris Pistorius nannte den Abzug „absehbar“, die Präsenz amerikanischer Soldaten sei „in unserem Interesse und im Interesse der USA“.

Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump angekündigt, 12.000 der damals rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, als Strafe für zu niedrige deutsche Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne.

Jason Moyer von der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington erwartet von der Überprüfung eine Umverteilung innerhalb Europas, die die Ostflanke der Nato eher stärkt; den größten Abzug dürften Deutschland und Italien erleben. Jeder Abzug der USA müsse durch europäische Fähigkeiten ausgeglichen werden; dafür brauche Europa mindestens fünf bis zehn Jahre. Sein Rat an die Europäer: „Keep calm and carry on“ – Ruhe bewahren und weitermachen.

Seit den Zwischenwahlen vom 3. November kontrollieren die Demokraten beide Kammern des Kongresses, der über den Verteidigungshaushalt entscheidet.

US-Truppen in Zahlen
Europa
Rund 86.000 US-Soldaten (Mitte April); geprüft wird laut NBC ein Abzug von 25.000 bis 40.000.


Deutschland
Rund 39.000 US-Soldaten; Abzug von 5.000 im Mai angeordnet.


Untergrenze Kongress
76.000 Soldaten im Bereich des Europa-Kommandos, höchstens 45 Tage darunter.


Zeitplan
Optionen bis 6. November, Abschluss der Überprüfung im Dezember.