KI-generierte Illustration: Ein älterer Mann tankt an einer deutschen Tankstelle Diesel und blickt skeptisch zur beleuchteten Preistafel mit Diesel 2,23 Euro und Super E10 2,12 Euro, Abenddämmerung.
Tankstellenpreise

KI-generierte Illustration: Tankstelle in Deutschland. Seit dem Tankrabatt vom 1. Oktober kostet Diesel im Bundesschnitt 2,233 Euro je Liter und damit mehr als Super E10 mit 2,126 Euro. Russischer Diesel bleibt in der EU verboten. Keine Originalaufnahme. Bild: KI-generiert (Loreley-Blog)

Ausnahme von den Russland-Sanktionen

Trump öffnet die Tür für Putins Diesel

Washington – US-Präsident Donald Trump hat nach einem Telefonat mit Wladimir Putin am Freitag Diesellieferungen aus Russland im Umfang von mehr als vier Millionen Tonnen angekündigt. Das US-Finanzministerium setzt dafür die Sanktionen gegen russischen Diesel bis April 2027 aus. Der Kreml hat die Vereinbarung bestätigt.

Nach Trumps Darstellung stellt Russland sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereit. Im November sollen 500.000 Tonnen folgen, unmittelbar danach eine weitere Million. Drei weitere Millionen Tonnen stellte Trump in Aussicht, abhängig vom Zustand der russischen Raffinerien.

Das US-Finanzministerium erteilte eine befristete Erlaubnis. Verkauf, Lieferung, Entladen und Import von russischem Diesel sind damit bis zum 7. April 2027 genehmigt. Der Kreml erklärte schriftlich, Russland sei bereit, Erdöl und Erdölprodukte auf den amerikanischen und den Weltmarkt zu liefern.

Die Größenordnung zeigt eine Zahl der US-Energiebehörde EIA. Die USA verbrauchen derzeit rund 3,77 Millionen Barrel Diesel und verwandte Kraftstoffe am Tag, etwa 500.000 Tonnen. Die erste Lieferung deckt damit weniger als den Bedarf eines Tages.

Im September Sanktionen verschärft, im Oktober gelockert

Erst im September hatte Trump ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz unterzeichnet. Es gibt ihm weitreichende Befugnisse, die russischen Öl- und Gasexporte einzudämmen. Die Diesel-Lizenz geht in die Gegenrichtung.

Den Hintergrund bilden die Preise an der Zapfsäule. Am 14. September erreichte Diesel in den USA mit 6,23 Dollar je Gallone einen Rekord. Die Internationale Energieagentur nennt zwei Ursachen: den eingeschränkten Verkehr durch die Straße von Hormus im Iran-Krieg und die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien. Russland hatte daraufhin im Juli seine Dieselexporte gestoppt.

Trump gibt der Ukraine die Hauptschuld. Präsident Wolodymyr Selenskyj müsse aufhören, Russlands Dieselproduktion lahmzulegen, sagte er Mitte September in Irland. Am 3. November wählen die USA ihren Kongress.

Selenskyj nannte die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, auf Telegram eine Investition in den Krieg.

Was ändert der Deal an deutschen Tankstellen?

Deutschland bleibt außen vor. Seit dem 5. Februar 2023 gilt in der EU ein Importverbot für russischen Diesel. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie erwartet von den vereinbarten Mengen keine spürbare Wirkung auf Weltmarkt und Preise. Die Daten des Portals Tankerkönig zeigten bis Samstagmittag keine größeren Ausschläge.

Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, die Bundesregierung halte an den Sanktionsbeschlüssen fest und arbeite mit den europäischen Partnern an weiteren Sanktionen. Eine Sprecherin von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ergänzte, Deutschland sei unabhängig von russischem Öl.

In derselben Woche wurde bekannt, dass Trumps Schwiegersohn Jared Kushner mit dem Putin-Vertrauten Kirill Dmitrijew über einen US-Investor für Nord Stream und über Lukoil-Vermögen verhandelt. In Washington hebt eine Lizenz des Finanzministeriums Sanktionen auf. In der EU braucht es dafür einen einstimmigen Beschluss aller 27 Mitgliedstaaten. Die amerikanische Lizenz gilt bis zum 7. April 2027 – für deutsche Tankstellen gilt sie nicht.