
Einigung im Streit um die Arktis
Trump: Kontrolle über Grönland – unbegrenzt
Nuuk – Die USA, Dänemark und Grönland haben sich auf ein Abkommen über die Sicherheit der Insel geeinigt. Unterzeichnet werden soll es in dieser Woche. Donald Trump spricht von dauerhafter Kontrolle über Grönlands Sicherheit, ohne Kosten für die amerikanischen Steuerzahler. Kopenhagen spricht von gewahrter Souveränität.
Trump verkündete die Einigung am 18. September auf Truth Social. Die Vereinbarung übertrage die dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit der Insel an Washington. Gegnern der USA werde verboten, dort eine militärische Präsenz zu errichten.
Trump nennt den Vertrag ein unbefristetes Abkommen. Nach seinen Angaben erhalten die USA die Kontrolle ohne jegliche Kosten für die amerikanischen Steuerzahler. Die grönländische Regierung bestätigte das Abkommen am selben Abend.
Das Büro von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bestätigte zunächst nur die geplante Unterzeichnung. Das Abkommen sei gut für die NATO und Europa und erkenne Souveränität und territoriale Integrität des Königreichs an. Der Vertragstext ist nicht veröffentlicht.
Wer unterschreibt was?
In Kraft tritt das Abkommen nicht mit der Unterschrift. Es muss anschließend parlamentarische Verfahren durchlaufen, in Dänemark und in Grönland.
Vorausgegangen war eine Eskalation. Seit Januar 2025 hatte Trump wiederholt mit der Übernahme der Insel gedroht und militärische Schritte nicht ausgeschlossen; später schloss er Gewalt ausdrücklich aus.
Dänemark verlegte im Januar 2026 Soldaten nach Grönland und begann die Übung „Operation Arctic Endurance“, an der sich zwölf europäische Staaten und Kanada beteiligten. Ihr erklärter Zweck war Abschreckung.
Deutschland flog im Januar nach Nuuk
Die Bundeswehr war daran beteiligt. Vom 15. bis 17. Januar 2026 entsandte das Verteidigungsministerium ein Erkundungsteam von 13 Soldaten mit einem A400M nach Grönland.
Es blieb nicht dabei. Am 11. Februar 2026 kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius auf der Münchner Sicherheitskonferenz vier Eurofighter für den Arktis-Einsatz „Arctic Sentry“ an; seit dem 1. März stellt Deutschland einen Verbindungsoffizier in Nuuk.
Die Europäische Union sicherte Grönland parallel eine Partnerschaft über 200 Millionen Euro zu; für den Haushaltsrahmen ab 2028 sind weitere 530 Millionen vorgesehen.
Europa hat Soldaten, Flugzeuge und Geld aufgewendet, um die Ansprüche eines Verbündeten auf das Gebiet eines anderen Verbündeten abzuwehren. Am Ende steht ein Vertrag, der diesem Verbündeten nach seiner eigenen Darstellung die dauerhafte Kontrolle einräumt – für Washington kostenlos. Was das Abkommen tatsächlich zusagt, steht in einem Text, den bisher niemand gelesen hat.




